Cavino -

cavino genossenschaft
import & handel
von wein & olivenöl
bahnhofstrasse 1
ch-8712 stäfa
vino@cavino.ch

Kontaktdaten & Öffnungszeiten

Cavino Genossenschaft
Bahnhofstrasse 1
8712 Stäfa

unser Laden ist jeweils samstags von 9 bis 16 Uhr geöffnet
unter der Woche nehmen Sie telefonischen Kontakt auf, meistens ist ausserhalb der Ferienzeit auch unter der Woche jemand bis 18.30 da, ausser wir sind gerade in einem unserer Lager am Rüsten oder bei unseren Wiederverkäufern am Ausliefern.

Telefon 044 926 69 38
mail: vino@cavino.ch

man findet uns beim grossen Parkplatz hinter dem Kulturhaus Rössli-Stäfa, irrtümlicherweise verwechselt uns google maps immer noch mit Pastiamo
Die weiteren Mieter des grossen Hauses finden Sie unten verlinkt, vom See her an der Bahnhofstrasse 1: Pastiamo, dann die Rössli Beiz und das Kulturkarussell, beim Parkplatz um die Ecke die Tanzwerkstatt impuls und hinten an der Rampe chateaux-carton und Cavino

unser Cavino-Team der aktiven GenossenschafterInnen

Sabina Forster
Florence Woodtli
Bea Roth
Konstantin Wullschleger
Felix Woodtli

mehr zum Kulturhaus Rössli Stäfa mit dem Kulturkarussell, impuls, Pastiamo, chateaux-carton und der Beiz erfahren Sie hier


unser Senf

In Stäfa wird 1973 die Genossenschaft Cavino gegründet.

Vier Jahre später entsteht in Paris die confédération nationale des caves particulières (CNCP). Sie vertritt die Interessen kleiner Selbsteinkelternder Winzer. 2003 tauft sich diese Organisation um in "Vignerons independants". Ihr Ziel: Förderung von Qualität und Unterstützung von unabhängigen, gewerblichen Strukturen im Weinbau. Mitbegründer sind auch zwei unserer damaligen Winzer, François Guy von Château Coujan und Guy Benin von der Domaine de Ravanès
In der Schweiz machen z.B. die Kleinbauern-Initative mit Direktvermarktung durch die Bauern, die KAG (Konsumenten-Arbeits-Gruppe) mit der Proklamation des Freiland-Eis auf die schwierige Situation in der industrialisierten, konventionellen Landwirtschaft aufmerksam.
Die alternative politische Stimmung in den 80ern ist geprägt durch Fairtrade und durch die entstehende Bio-Landwirtschaft als Folge der Forderungen der 80er-Bewegung und der Anti-AKW-Bürgerinitiativen.

1982 trete ich ins selbstverwaltete Rössli-Stäfa ein und übernehme die Verantwortung für den Getränke-Einkauf. Ich muss erleben, dass regionale Kellereien das Rössli boykottieren, einzig Landolt beliefert uns mit lokalen Weinen. Da muss sich was ändern.
Ich realisiere schnell, dass der Getränke- und Lebensmittel-Einkauf des Rössli nicht den Erwartungen der Gäste und dem von ihnen geprägten "alternativen" Image entsprach. Der Hintergrund, der zur Gründung des Rössli führte basierte nicht auf den Oeko-Ideen unserer Generation, sondern wurzelte im Kulturstreit der 68er.
Die ersten selbsteinkelternden Winzer vom Bielersee und der Bündner-Herrschaft durften nun liefern. Was wir für uns als Selbstverwalter in Anspruch nahmen, soll auch für unsere Wein-Lieferanten gelten.

1983 lernte ich Ernst Wirz und Hildegard Horat in Assignan, Südfrankreich kennen. Ihre ersten Weine waren in der Flasche, besser als alles was wir bisher anboten und wir beschlossen ihre Weine zu importieren. Die Weine fanden sehr schnell Gefallen. Nach kurzer Zeit importierten wir bereits die Weine von vier weiteren vignerons indépendants aus der Region Languedoc. Bald gab es nur noch Flaschenweine im Offenausschank, nur war der Durst unserer Gäste nicht gross genug um all die Weine "unserer" Winzer anbieten zu können, ein neues Projekt musste her.

Ich werde 10 Jahre später 1993 schwanger und gebäre ein Kind, zusammen mit Freunden gründen wir die Genossenschaft Cavino mit Sitz in Stäfa.

Ziel von Cavino ist es "unseren" Winzern eine breitere Plattform zu bieten, sie in der Schweiz als Importeurin zu vertreten.

Heute importiert Cavino Wein, Olivenöl und andere Produkte von über 68 unabhängigen Selbsteinkelterern aus Frankreich, Spanien, Italien und Portugal. Zu ihnen pflegen wir einen intensiven Kontakt.
Im Unterschied zu den meisten Weinhandlungen finden Sie bei und keine Marken-Weine, keine aus der Werbung bekannten "must haves". Wir versuchen echte, charaktervolle Qualitäten anzubieten und setzen nicht auf Modetrends oder Parker-Punkte als Verkaufs-Argumente sondern auf möglichst kompetente Beratung.
Dass es unseren Winzern dabei auch gut geht, dass sie innovative und ehrliche Weine keltern und dafür auch fair bezahlt werden ist uns immens wichtig. Wir sind der festen Überzeugung, dass nur so sehr gute Produkte aus nachhaltigen Strukturen auch in Zukunft eine Chance haben, dafür setzen wir unser Herzblut ein. Unser Sortiment umfasst über 900 Produkte.

Grossmehrheitlich stammen unsere Weine aus zertifizierter Bio-Produktion, für unsere "kleinsten" ProduzentInnen lohnt sich aber ein Zertifizierung oft nicht, diese "bio"-Weine dürfen wir nicht als bio deklarieren. Darunter befinden sich auch sogenannte RAW-Natural Wines von WinzerInnen die sich nicht durch irgendwen in ihre Freiheit kontollieren lassen wollen. Triple"A" ist ebenfalls eine Gruppierung von Winzern die sich ganz der Nature Wine Philosophie verpflichten fühlen.

Unsere Bio-Produkte werden jährlich durch bioinspecta kontrolliert und zertifiziert. B-N° 31666. Da selbst biologisch sowie biodynamisch bewirtschaftete Reben nicht auf alle neu auftretenden Probleme die durch den Klimawandel verschärft werden wie Dürre, Errosion, Bodenvitalität, Schädlinge und Krankheiten Antworten bieten unterstützen wir Winzer die sich dem synergetischen oder regenerativen Landbau zuwenden. Noch ist diese Methode die urspünglich aus Japan stammt wenig bekannt. In Stäfa verfolgt der Bio-Pionier Willi Zollinger diesen Weg mit Überzeugung, das einizige was er kritisiert: im fehlt die Zeit als bald 70zig Jähriger den Erfolg der Methode noch zu geniessen.

Die Kleinen waren schon immer die Innovativen Wilden, deshalb lieben wir sie auch, nein, präziser wir lieben ihre hervorragenden Weine und die Freude die deren Genuss bereitet

Neue Ideen brauchen Unterstützung

In Portugal hat Cavino dem jungen Winzer Hugo Guimaraes durch Darlehen und Vorfinanzierungen unserer Kunden den Kauf der Quinta SECEGAS ermöglicht. Daraus ist eine sehr enge Zusammenarbeit entstanden. Die neuen Weine der Quinta sind die Zeugen dieser Kooperation. an der Prowein 2019 in Deutschland wurde sein Mil e uma Noites als perfektester Wein eines neuen Douro-Stils gewertet: natürlich ökologisch, modern, dicht und aromatisch und aus autochtonen, regionalen Trauben gekeltert

Wo wir überall aktiv engagiert sind sehen sie unter dem link Partner

Im Jahre 2006 entwickelte sich Cavinos zweites Standbein Chateaux-Carton. In der damaligen Krise galt es den Winzern zu helfen, ihre Weine trotz Preis-Zusammenbrüchen erfolgreich zu verkaufen. Dank weniger Gewicht und tieferen Zöllen dank Einsparungen bei Flaschen, Korken, Labels, Kapseln und Verpackungs-Material gelang es uns als Erste in Europa sehr erfolgreich hochwertige Weine im Bag-in-Box anzubieten. Sicherlich war dies für unsere Kunden anfangs gewöhnungbedürftig. Bald merkten diese aber, dass die Verpackung nichts über den Inhalt aussagt - manche Goldrand-Etiketten-Weine hatten keine Chance mehr, BiB's als Weinverpackung sind praktisch, günstig und um ein Vielfaches oekologischer als Flaschen.
Das Rotwein-Sortiment ist heute fast ausschliesslich biozertifiziert. Vegane Weine ziehen wir aufgepappten vor. Experimentelle Vinifikationen auf der Feinhefe helfen dank extrahierten Reserveatrolen und Antioxydantien auf nachträgliche Schwefelung zu verzichten. Wir wollen damit beitragen dank sauberen, gesunden Weinen Menschen die an allerischen Reaktionen leiden wieder Weingenuss zu ermöglichen.
Chateaux-Carton Bag-in-Box Weine sind die beste Art qualitativ sehr gute Winzerweine glasweise zu geniessen, ohne Stress die ganze Flasche leeren zu müssen. Bis zu drei Monaten bleiben die Weine stabil.

Heute vertreiben wir Chateaux-Carton Weine über Partnerbetriebe in der ganzen Deutschschweiz von Interlaken bis an den Bodensee. Auf der Website www.chateaux-carton.ch findet ihr sowohl unsere Partner wie auch viel Hintergrund-Info zum Thema. (direkter Link via Logo)

CAVINO beliefert diverse WeinhändlerInnen, Wiederverkäufer und die Gastronomie in der ganzen Schweiz.

Cavino importierte im Jahr 2018 448 mal weniger Wein als Coop Basel mit 21.97% Marktanteil der grösste Player. Von gegen 3600 registrierten Importeurinnen belegen wir aktuell Platz 119. Dies scheint enorm, jedoch die grössten 5: Coop, Denner, Bataillard, Lidl und Divino (Fenaco) dominieren den Mark mit 54% - Cavino importierte ein Tausendstel davon - unsere Wein-Produzenten sind aber auch tausendmal kleiner.
Wir versuchen nicht mit permanenten 20-30% Dauerrabatten auf das Gesamtsortiment uns als "gute" Konsumentenschützler darzustellen. In dieser %-Schlacht geht es um das Gerangel an der Spitze, um Verdrängungskampf. Coop verteidigt sich mit vermeintlichen Rabatten gegen die neuen Player und verliert trotz Zukäufen an Marktanteilen.
Dauerrabatte sind unlauter, die werden vorher auf die Preise geschlagen um im Kampf um Marktanteile zu überleben, bezahlt werden diese auch durch ausgepresste Produzenten. Wer den Markt dominiert kann sich durchsetzen. Billig ist nur der Kater nach dem Suff, da sieht man die %-Zeichen in Form von Migräne-Sternchen Revue passieren.
Wir setzen auf eine ehrliche Kalkulation die sowohl der Arbeit der Winzer sowie derjenigen unserer Wiederverkäufer und Kunden gerecht wird. €uro-Kursschwankungen geben wir weiter, Preissenkungen und -erhöhungen auch. 30%-Rabatte gibts nur wenn Jahrgänge auslaufen und die Restmengen nicht mehr die Platzierung bei unseren Wiederverkäufern ermöglichen. Dann geben wir auch Privaten unseren Weinhändler-Rabatt, diese sind unter dem Suchbegriff "outlet" im shop zu finden.
Unsere Kunden scheinen dies zu mögen, so konnten wir doch innert 3 Jahren von Platz 164 auf 119 vorrücken. Leider stimmt dies nicht ganz, unsere importierte Menge ist gleich geblieben, trotz Rabattschlacht der 4 Grössten, aber wir konnten unsere Nische halten, auch ohne gross die Werbetrommel zu prügeln. Verloren haben aber andere, gewerbliche Weinhändler. Verloren hat auch die Vielfalt der angebotenen Weine und zunehmend auch deren Qualität.
Als Privatkunde steht Ihnen auch unser online shop zur Verfügung, ferner finden sie unsere Weine vielleicht in ihrer Lieblings-Beiz bei einigen engagierten Händlern und neu auch bei Flaschenpost.



und, was tut sich sonst noch in der Weinbranche?

syntetic wine by Ava Winery

nun ist es soweit, Alec Lee von der Ava Winery realisert in Kalifornien was Jesus vormachte. Er macht Wasser zu Wein. Um eine Flasche Wein natürlich herzustellen braucht es zwischen 500 bis 1000 Liter Wasser, Lee kommt mit 63 cl aus. Soviel beträgt der maximale Anteil Wasser in einer Flasche (85%) der Rest besteht aus 13% Ethanol und 2% anderes wie Tannine, Glyzerin, Zucker, Isobuttersäureester und ein paar andere Geschmackszutaten. Die Ava Winery liegt im Silicon Valley. Hier werden keine Trauben gepresst, Ava Winery ist ein klinisch sauberes Labor. Hier werden Weine gemacht, Weine nachgebaut Molekül um Molekül. Ein Gas-Chromatograph hilft bei der Analyse, Alec Lee revolutioniert den Weinbau.
Winzer werden überflüssig - die gut besonnten Rebhänge eignen sich hervorragend zum Bau von Terrassen-Villen, das eingesparte Wasser füllt den Swimmingpool und die arbeitslosen Rebläuse übernimmt die ebenfalls in Kalifornien ansässige Firma Clara Foods gerne um daraus wichtige Proteine zu gewinnen.
Zu einem Teller Mehlwürmer oder einem veganen Burger mit Rindfleisch-Note passt eine Châteaux-Abfüllung von Lee's Winery hervorragend. Diese hat den gleichen Anteil Wasser und Ethanol, die gleichen Moleküle wie die grossen, analysierten und sezierten teuren Wein-Vorbilder. Noch bleibt ein kleiner Gummibärchen-Geschmack im Gaumen haften - auch den wird man noch in den Griff bekommen. Na dann, Prost



pimp my wine

Was haben die grössten Schinken, VW, die besten Radfahrer die taffsten Jupies und die schönsten Model-Stars mit den höchstbenoteten Weinen gemeinsam? Du ahnst es? Alle sind ein wenig aufgemotzt, sei es mit Wasser, Abgastest-Software, Elektromotörchen oder Epo, Koks, Botox oder Silikon, Eichenschnipsel oder E414.
Die schönen Werbebotschaften um den saftigen Primitivo, den wunderbarsten Amarone, den spanischen Powerwein mit 95 Parker-Punkten und um die exklusive-creation des Oenologen XY der Kellerei XZ hinterlassen einen leicht bitteren Nachgeschmack wenn klar wird, dass diese Blockbuster meisst nur unter Einsatz von Chemikalien und Künstdünger gedeihen. Zur Gärung werden Turbo-Aromahefen die auf schimmelden Fleischabfällen gezüchtet wurden verwendet, der stablisierende Schwefel ist ein Nebenprodukt der Erdöl-Industrie und stammt definitiv nicht aus mühsamem Hand-Abbau in den Vulkan-Kratern Java's. Von weiteren Additivs kann man nur ahnen, ein Blick in die Kataloge der Nutria-Anbieter macht schon mal leichte Schwindelgefühle. Noch krasser wie vor 20 Jahren: Aldi's Primitivo-Zauberer aus dem Veneto griff vor Weihnachten 2016 auch wiedermal zum Frostschutzmittel Glykol. Was bei Kälte für klare Sicht sorgt verdrängt dank hoher Viskosität die Säure unreifer Weine von den Sensoren unserer Laffen. Glykol ist selber süsslich und gaukelt so unserem Gaumen wunderbar was vor, was dann als edles Schnäppchen unter dem Weihnachtbaum mit nettem Goldmäschen verziert, liegen sollte. Würde man Zucker verwenden um die gleiche Süsse zu erreichen, hätten wir vermutlich Konfitüre im Glas.
E414 ist eines der vielen Dopings das Winzer und Önologen heute viel verwenden, es hilft ihren Wein aufzumotzen. E414 tönt gefährlich, chemisch. Hinter den E-Nummern verbirgt sich aber nur die EU-Normen-Liste für bewilligte Hilfsstoffe im Lebensmittelsektor. E414 wird aus dem Harz von Akazien gewonnen. Es handelt sich um Gummi arabicum. Gummi arabicum gilt als nicht gesundheitsschädlich und darf auch in biologischen Lebensmittel verwendet werden. Es ist ein sogenanntes Polysaccharid, das zum Stamm der Heteropolysacharide gehört und ist neutral bis schwach sauer und wasserlöslich.
Bereits die alten Ägypter mumifizierten damit ihre toten Pharaonen auch Lenin stinkt in seinem Mausoleum unter Gummi arabicum vor sich hin.
Für was soll Gummi arabicum im Wein nützlich sein? Die zähflüssige Substanz die auch in weisser Pulverform daherkommt verwendet die Lebensmittelindustrie als Aromastabilisator. Im Bier stabilisiert es den Bierschaum, verhindert die Kristallisierung des Zuckers in Gummizeltli und bindet die Farbstoffe. Gummi arabicum stabilisiert also so ziemlich alles.
Im Wein sorgt E414 für Geschmeidigkeit und mollige Fülle. Die herben bis leicht bitteren Tannine verlieren ihren adstringierenden Charakter. Sie werden weicher und fetter wahrgenommen. Der Zusatzstoff stabilisiert die Farbe, hilft bei der Stabilisierung von Weinstein und Metallkomplexen und sorgt dafür, dass Wein mit hohen Alkoholprozenten nicht ganz so alkoholisch schmeckt. Außerdem ist er dafür bekannt, das Mundgefühl zu "verbessern". Der Wein wird vollmundig, rund, die Gerbstoffe sanft und harmonisiert. Das ist vielleicht die wichtigste Eigenschaft, denn Gummi arabicum hat unser aller Weingeschmack verändert. Kritiker sagen, Gummi arabicum mache Wein zu Coca Cola. Mit E414 aufgemotzte Weine bekommen durch die „Wein-Tester“ mehr Aufmerksamkeit, höhere Punkte. Der brancheninterne Übernahme lautete früher auch „Pamela-Wines“, in Anlehnung an die blonde Gummipuppe aus der Baywatch-Serie.
Der Markt schreit nach muskulösen, molligen, süssen und jungen Weinen. Die Lagerung interessiert kaum jemand, die Welt der Parfüme die in alten Weinen natürlicherweise entstehen ist eh nur bla, bla, bla. Wir wollen Leben und geniessen, jetzt und das aus dem Vollen.
Gummi arabicum ist nicht nur in Industrie-Weinen sondern auch in etlichen der teuersten, höchstbewerteten Weinen der Welt enthalten. (Parker & Co schlucken nicht, die spucken beim Punkten). Auch Biowinzer nutzen das legale Pimpen mehr und mehr.
Die Problematik von E414: bei einigen Menschen kann es vermutlich gröbere Allergien auslösen. Die versüssten, fetten und doppelt so langen Tanninketten werden durch unsere Rezeptoren nicht als solche erkannt, dem Gehirn wird vorallem Süsse übermittelt, unsere Verdauung ist irritiert und funktioniert suboptimal, als „Tannin-Intoleranz“ bekannt sorgt sie bei empfindlichen Menschen dann für ungewünschte Nebenwirkungen von Hautrötung, Hitze, Trockenheit bis Atemnot.  Fazit: Stopp mit Wein trinken. Als direkte Nebenwirkung verlieren auch die Winzer ihre Kunden.
Runde, vollmundige Weine kann man absolut ohne Gummi arabicum herstellen. Dazu braucht es Ethik, Geduld und gesunde, phenolisch reife Trauben. Die herbe Härte des jungen Weines die eine Garantie für harmonischen Altern andeutet wird durch den Einsatz von E414 zerstört. Angebliche Superweine werden nach kurzer Zeit zur Plörre.
Für biodynamische Weine mit Demeter-Zertifizierung ist Gummi arabicum ein absolutes Tabu, auch Schwefel ist geächtet. Viele Weine konsequenter Biowinzer sind aber sehr gut, oft sehr viel besser als konventionell erzeugte. Solche Weine erfüllen unsere romantischen Träume von Sonne, Rebstock und intakter Natur, nur solche Weine sind echte Terroir-Weine. Der Aufwand für den Winzer steigt, ist arbeitsintensiv und mit Risiken verbunden, der Nutria-Händler aber wird arbeitslos.
Zum Glück entscheiden sich auch immer mehr kleine Winzer ebenfalls den Weg naturnahe, ungeschönte Weine zu keltern. Eine konsequente Absage an die Methoden der Lebensmittel-Technologie ist auch die einzige Chance die ihnen ein Überleben in einem immer härteren Marktumfeld einigermassen garantieren kann.
Noch sind es nur wenige Konsumenten denen Ethik im Wein wichtig ist, es werden aber laufend mehr.


Felix Woodtli, Cavino

Wie kommen all unsere Weine in die Schweiz

öfters werden wir gefragt, ob wir die Weine selber in Südfrankreich, Italien, Portugal oder Spanien abholen. Nein, dies tun wir nicht, dies ist auch kaum mehr möglich. Wein kann nicht am normalen Warenzoll verzollt werden, dazu braucht es Zugang zu einer speziellen Software und spezialisierte Deklarations-Büros. Auch wäre ein Selberholen kaum wirtschaftlich. Auf 1500 Flaschen die wir in unser Firmenwagen und Anhänger bringen liesse sich der Aufwand an Diesel und Zeit kaum sinnvoll überwälzen. Unser Importvolumen ist auch viel zu gross, wir wären nur noch am Kilometer abspuhlen, um erfolgreich zu sein müssen wir aber bei unseren Kunden sein auch wenn die Vorstellung von "Ferien-Fahrten in den Süden" verlockend tönen.

Diese Arbeit überlassen wir gerne unseren Spezialisten denen wir hier mal ganz herzlich danken möchten.Wir besuchen aber unser Produzenten und sie besuchen uns. Seit Internet und @mail ist die Kommunikation auch intensiver und einfacher geworden wie zur Zeit unseres Starts als "Importeure für's Rössli Stäfa" 1983, resp. 1994 unter Cavino.

Wir transportierten beinahe alle unsere Weine über eine spezialisierte Transportfirma die fast ausschliesslich Wein schippert. Wenn Sie im Süden Frankreichs auf der Autobahn oder in den Weinregionen einem Lastenzug von VINAG begegnen, hupen und winken Sie dem Chauffeur, er transportiert vielleicht Weine für Cavino und freut sich sicherlich. VINAG organisiert für uns alle administrativen Arbeiten im In- und Ausland, lässt die Weine verzollen und liefert sie dann nach Stäfa in unser Aussenlager.

Übrigens die Kosten für den Transport von einer Flasche Wein belaufen sich auf Fr. -.50 bis 1.-, hinzu kömmen aber noch Kosten für Disposition, Deklaration und Zölle, allerlei Gebühren und Abgaben. Der Gesamt-Zuschlag beläuft sich für alle die Flaschenweine importieren auf 1.90 bis 3.00 pro Flasche. Einsparen kann man nur beim Gewicht der Flaschen (Zölle basieren auf Gewicht) und bei der importierten Menge (Rabatte auf Transportpreise) ausser man wählt den billigten Transporteur, spart bei den Löhnen der Fahrer und verzichtet in der Folge auf einen seriösen, produkteschonenden Transport.

Der Rest der Kosten ist für alle gleich: Zoll-Ansätze, Gebühren, Maut und Dieselpreise sowie Schwerverkehrsabgabe machen auch keine Unterschiede zwischen Discounter und Fachhändler. Die MwSt die auf alles erhoben wird ist ebenfalls für alle 7.7%.

Wir glauben es macht kein Sinn beim Import die Preise zu drücken, das Sparpotential von 1.- entspricht schlicht keiner relevanten Summe. Noch weniger Sinn macht es beim Einkauf der Weine die Produzenten zu pressen. Das Importieren von Billigst-Weinen ist ein gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Stumpfsinn. Mit VINAG als Partner wissen wir, dass in der Führerkabine auch immer die Leidenschaft für unsere Winzer und Weine mitfährt, dies ist ein echter, unbezahlbarer Mehrwert.

Danke VINAG für euren guten Job