12. Mai 2026

Parmelins irrsinnige Pläne zum Weinimport – Hilf mit, sie zu bekämpfen!

Bundesrat Guy Parmelin plant per Dekret eine Reform der Gesetze über den Weinimport. Gewinner sind die Grossen, Verlierer die Kleinen – und die Konsument:innen!

Während der Weinkonsum in der Schweiz zurückgeht und grössere Schweizer Kellereien im Waadtland ihre billige Massenware nicht mehr loswerden, plant der ehemalige Winzer Guy Parmelin mit Hilfe seiner Lobby eine Änderung der Verordnung über den Rebbau und die Einfuhr von Wein. Zu Lasten von kleinen Weinhandlungen, Konsument:innen und ohne positive Effekte für selbstkelternde Winzer:innen, die die Schweizer Weinkultur stark prägen.

Um was geht es?

Seit der Liberalisierung des Weinimports in den Nullerjahren gilt ein Kontingent für den Import von ausländischen Weinen, das mit deutlich tieferen Zöllen belegt ist. Wer zuerst importiert, erhält tiefere Zölle, bis das Kontingent ausgeschöpft ist (Windhundprinzip) – wobei dieses bisher noch gar nie ausgeschöpft wurde. Bereits ab 2027 vorgesehen ist, dass nur noch Firmen, die auch Schweizer Trauben kaufen und pressen (sogenannte kumulative Inlandleistung erbringen) das Zollkontingent erhalten. Alle anderen müssen sich (vermutlich teure) Importzertifikate bei ebengenannten Firmen (ca. 500 in der Zahl, die die Kriterien aktuell erfüllen gegenüber 3500 Weinimportfirmen) erwerben oder sechsfache Zölle bezahlen.

Ziel sei es, die Schweizer Weinbranche zu stärken, doch diese Massnahmen verfehlen das Ziel komplett. Denn Winzer:innen, die eigene Trauben keltern (Selbstkelternde), erhalten kein Importkontingent und dürfen nicht mit den neu geschaffenen Importzertifikaten handeln, sie sehen also nichts von dem Geld. Und Selbstkelternde machen doch 65% der weinherstellenden Betriebe in der Schweiz aus! Durch die Verordnung werden nur grössere Kellereien begünstigt und es wird ein unfairer Markt geschaffen. Das verstösst gegen jede liberale Wirtschaftsordnung und hat gravierende Auswirkungen auf den Weinhandel in der Schweiz. Es droht Bürokratie, ein Weinhändlersterben und stoppt sicher nicht den rückgängigen Konsum. Zudem werden Weinliebhaber:innen kaum einfach auf Schweizer Weine wechseln, nur weil der Bundesrat sie dazu zwingen will.

Meine Stellungnahme zu diesem Anliegen

Diese beiden Blogeinträge von Weinliebhaber Victor Ledermann fassen die Situation prägnant zusammen:

Par malheur – Bundesratswinzer Parmelin bereitet den Weinskandal der anderen Art vor

Berichte über neu geplantes Importregime für Wein – Sturm über dem Genfersee

Ich selbst habe nebst der Teilnahme an der Vernehmlassung eine Stellungnahme zur vorliegenden Änderung der Verordnung über den Weinimport verfasst und diese an den Bundesrat versendet. Ich hoffe, damit Einfluss auf die Politik in Bundesbern zu nehmen und die Sicht von kleinen Betrieben vertreten zu können.

Hilf auch du mit, diesen Irrsinn zu bekämpfen, indem du entweder an der Vernehmlassung oder der Petition teilnimmst! Wir danken dir von ganzem Herzen.

Stäfa den 12.06.2026, Florence Woodtli

Was kannst du tun?

Teilnahme an der Vernehmlassung

Aktuell läuft eine Vernehmlassung der Verordnung bis zum 18. Juni 2026 für interessierte Kreise. Diese ist an Weinhandlungen, Weinimporteure, Kellereien, Selbstkelternde, Gastrobetriebe o.ä. gerichtet. Die Vereinigung Schweizer Weinhandel VSW hat eine Musterantwort entworfen, die von dir übernommen werden kann. Dabei die gelb markierten Stellen überschreiben, zusätzliche Kommentare wenn gewollt einfügen und das Formular als Word-Datei an gever@blw.admin.ch bis Donnerstag 18. Juni 2026 schicken.

Teilnahme an der Petition von Victor Ledermann

Victor Ledermann hat eine Petition zur Bekämpfung der geplanten Verordnung gestartet, welche von allen Menschen unterschrieben werden kann. Je mehr Stimmen gesammelt werden, desto eher wird diese unnötige Bürokratie und dieser Rückschritt in die Vergangenheit verhindert. Danke für deine Stimme!

Sowohl die Vereinigung Schweizer Weinhandel VSW, der Branchenverband Schweizer Reben und Wein, die Schweizerische Vereinigung der Selbsteinkellernden Weinbauern SVSW aber auch der Kanton Zürich sowie der Schweizer «Weinpapst» Philippe Schwander lehnen die Vorlage vehement ab.

Verbreite diese Informationen weiter und mobilisiere deine Weinfreunde

Wir danken für eine Verbreitung dieser Informationen und die Sensibilisierung deines Wein-Umfelds! Wenn du Fragen zum Thema hast, kontaktiere uns gerne.

Danke für deine Unterstützung!